Nachdem der letzte Blog aus Zeitmangel etwas kurz geraten ist, versuche ich das hier nachzuholen. Es gibt doch wieder einige spannende Momente zum Erzählen!

Der kundige Leser meines Blogs wird anhand der Bilder des letzten Blog schon erkannt haben, wo ich mich wieder mal befinde. Es ging über die Makgadikgadi Salzpfannen in Botswana über den Matopos Nationalpark (schöne Höhlenmalereien) nach Mana Pools (NP) in Zimbabwe. Dort war ich knapp zwei Wochen und konnte sogar meinen ersten größeren Tigerfisch angeln. Wie in den letzten Jahren konnten wir Löwen auf Fußsafaris verfolgen oder wenn wir die Spuren morgens auf den Wegen fanden, zu Fuß finden.

In der Hauptstadt Sambias war ich dann nur zwei Nächte um Proviant nachzukaufen und Kleinigkeiten am Toyo reparieren zu lassen. Dann eine lange Tagesreise in den South Luangwa Nationalpark. Auch hier sieht man von Jahr zu Jahr den Fortschritt und die Veränderungen. War bei meinem ersten Besuch im Park die Straße von Chipata nach Mfuwe noch komplett wie ein Feldweg und teilweise schwierig zu fahren, ist jetzt fast durchgehen eine Teerstraße gebaut worden. Nur noch ein kleines Stück ist übrig und wird wohl im nächsten Jahr fertig sein. Die Benzinversorgung in Mfuwe ist nicht mehr kritisch, wie in den Jahren zuvor, die Preise bei Camping und Parkgebühren steigen, usw.

Zum ersten Bild in der Gallery zu diesem Blog kann ich schreiben, dass mein Auto/ich fast selbst Opfer eines Elefantes wurden. Leider keine Beweisfotos. Nach dem Duschen auf einem Campingplatz am Luangwa (Fluss) ging ich in mein Auto und zog mich um. Plötzlich wackelte das Auto verdächtig stark. Geistesgegenwärtig zog ich mein schon geöffnetes Dachzelt nach unten und schaute vorsichtig nach außen. Da sah ich, wie vor dem Auto ein mittelgroßer Elefant weg lief. Anscheinend hat das Einziehen des Dachzeltes den Dickhäuter irritiert. Denn als ich mein Auto von außen inspizierte,  sah ich, dass der Fensterwindschutz (aus Plastik) am Boden lag. Zum Glück gab es keine weiteren nächtlichen Besuche und den Windschutz konnte ich wieder am Fenster befestigen.

Zwei Tage später kamen wieder Elefanten in das Camp zum „Besuch“! Ich war vorbereitet, den ich habe bei einer anderen Aktion gesehen, wie der Nachtwächter in der Nacht zuvor einen Elefanten vertrieben hat.

Ich sass unter einen stabilen Pavillon, gebaut aus Holzstämmen und das Dach aus trockenem Schilf/Gras. Ganz nah daneben war mein Auto geparkt. Unter den Pavillon habe ich mein Abendessen zubereitet. Der Elefant wollte anscheinend etwas haben. Konnte aber durch seine Größe nicht in den Pavillon laufen. Dann nahm er mein Auto ins Visier. Durch Zufall habe ich an diesem Abend meinen Kamerabohnensack der tagsüber in der Tür hing, auf die Motorhaube gelegt. (Für Fotounkundige: Der Bohnensack hängt bei offenen Fenster im Türrahmen. Oben ist eine Metalplatte eingenäht auf der man einen Stativkopf befestigen kann. Damit kann man dann in Parks aus dem stehenden Auto relativ gut verwacklungsfreie Bilder machen (siehe Leoparden diese Blogbilder).) Der Elefant nahm mit seinem Rüssel den Sack, legte ihn am Boden ab und stellte sich mit einem Fuß drauf (leider keine Bilder davon). Ich dachte mir, als nächstes wird er bestimmt versuchen ans/ins Auto zu gehen. Wie gesagt, ich war vorbereitet und hatte einige faustgroße Steine an strategisch wichtigen Stellen (am/im Auto, neben und unter den Pavillon) plaziert. Diese warf ich nun gezielt mit großer Wucht auf den Elefanten. Erst kam er auf mich zu, blieb aber an den niedriger gebauten Pavillon am Dach hängen. Fluche und weitere Steine bewegten den Elefanten schliesslich zum Abzug in die Dunkelheit. Am Pavillon blieb eine Delle im Dach durch den Elefantenkopf verursacht!

Noch eine Elefantengeschichte: an meinem letzten Abend hörte ich auf der anderen Seite des Zeltplatzes aufgeregtes Geschrei. Nach einer Weile wurde auch ich neugierig und lief da mal hin. Am Ort des Geschehens war ein Elefant am Werke. Er hatte aus einem Auto schon den Kühlschrank samt Bodenplatte raus gerissen. Einige Menschen standen aussen herum und brüllten den Elefanten an. Zur gleichen Zeit wie ich kam das Wachpersonal des Campingplatzes an. Mit gezielten Würfen konnten wir den Elefanten zum Rückzug bewegen. (leider kein Bild davon)

Das mit den Elefanten ist bei Mfuwe ausserhalb des Parks leider ein Problem. Mir wurde am gleichen Campingplatz vor Jahren dort auch schon mal mein Abendessen von einem Elefanten entwendet. Aber wenn man kritisch auf diese Problematik schaut, muss man leider sagen, dass der Mensch nicht unschuldig an dieser Situation ist. Der Bevölkerungsdruck um den Park wächst seit Jahren. Mehr Menschen ziehen hin, mehr Ackerbau, weniger Platz für die Tiere. Aber das ist nur meine persönliche Meinung.

Wie ihr an den Bildern seht, hatte ich in dieser Woche viel Glück mit Katzen. Neben 19 Löwen sah ich drei Leiparden an ihrer Beute. Und auch auf die Bilder mit der Meerkatze, die den Nektar der Blüten des Leberwurstbaums ausleckt, bin ich besonders stolz. An diesem Tag hatte ich starke Kopfschmerzen und mir war richtig schlecht. Eigentlich parkte ich das Auto nur im Schatten an den Baum und wollte raus um mich zu übergeben. Aber dann hörte und sah ich die Affen im Baum diese Blüten auslecken. Mein Jagdfieber was sofort geweckt und die Übelkeit fast vergessen. Erst waren die Affen sehr scheu, aber nach einigen Runden unter dem Baum ohne gute Fotoausbeute, störten sich die Affen nicht mehr so sehr an mir. Mit viel Glück und Geduld kam endlich eine Affe an eine Stelle, wo ich relativ freie Sicht und Schussfeld hatte. Der Tag konnte nicht besser werden 🙂

Zu erzählen ist auch noch, dass ich Nick, einen Kenianer, kennengelernt habe. Von ihm sind auch die Fotos von mir in diesem Blog. Er rettete auch die Insassen des Safari-Autos, das nicht mehr startete. Davon gibt es Bilder im Blog. Der Fahrer reagierte leider etwas panisch, als der Löwe näher ans Auto kam und sich dann davor hinlegte. Aber es ist gut ausgegangen. Passagiere und Fahrer evakuiert und Auto dann mit einer Seilwinde aus der „Gefahrenzone“ gezogen.

Viele Grüße aus Johannesburg,
Euer Jens Cullmann

3 thoughts on “Zambia, Okt. 2013

  1. Rob Keulemans

    Hello Jens, how are you? So you were lucky after all with the leopards ! Beautiful,, maybe one of them is the young male we were searching for after we were with the Mfuwe pride for the whole morning. Nice pictures for sure. We had our trip to Nsefu , one more day in the park before we returned back home . We decided to visit Lower Zambezi and stayed a few days wirh friends in Monze. Our 6 days in Kruger were quite successful. I hope to have some pictures ready in the coming weeks , now still deleting and selecting.
    It would be nice to keep in touch! Who knows we can meet again and do some trips together in the future.
    Kind regards rob and Nitha Keulemans , the Netherlands
    PM : my Flickr acount: http://www.flickr.com/photos/robkeul/

  2. Bettina

    Hallo Jens,
    bin von Deinen neuen Bildern beeindruckt. Sehr gute Aufnahmen. Macht süchtig nach mehr.
    Gute Reise
    Bettina

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