Eigentlich gibt es nicht viel Neues. Auf den neuen Bildern ist viel vom Viehmarkt in Nizwa zu sehen.

Dort treffen sich jeden Donnerstag und Freitag morgens die Viehhaendler und bieten ihr Vieh an. Ach, fuer die, die es noch nicht wissen. Donnerstag und Freitag in islamischen Laendern, ist wie bei uns Samstag und Sonntag. Also zurueck zum Viehmarkt. Die Haendler bieten ihre Ware an, indem sie unter einem grossen Pavillion im Kreis mit ihrem Vieh laufen. Innen und aussen davon sind moegliche Kunden (und ich), die sich das Vieh anschauen und dann wird gefeilscht.  Deshalb ist auch auf meiner Bilderseite ziemlich viel davon zu sehen. Da es hier eine Maennergesellschaft ist, sind es auch meisstens Maenner, die mir vor die Linse liefen 😉

Ansonsten hab ich vorgestern auf der Fahrt von Salalah hierher einen sehr sehr langweiligen Tag gehabt. Bin von 8 bis 18 Uhr fast nonstop gefahren. Ein Bild hab ich von der Landschaft in der Gallery. 800 der 850 gefahrenen Kilometer sahen so aus. Von der grossen Wueste Rub al Kali sah man in der Ferne ein paar Auslaeufer … jede Erhebung wurde zum Highlight … dafuer hab ich mich abends mit einem leckeren Thunfisch belohnt. Als kleiner Beweiss, warum ich so schwaerme, ein Bild in der Gallery 🙂

Ansonsten lief in den letzten zwei Tagen ziemlich viel schief oder war nicht so schoen. Das Leben sehe ich gerade wieder als Probe, wobei es mir beim schreiben schon wieder besser geht. Erst mal musste ich meinen Oelfilter wechseln. Eigentlich macht man das alle 10.000 km. Ich hab nach 22.000 km mal daran gedacht/bin darauf hingewiesen worden. (ich bin aber auf meiner Tour hier noch keine 22.000 km gefahren).  Das Oelfilterwechseln ist sehr sehr einfach. Drei Schrauben auf, Filter wechseln und Schrauben wieder drauf. Allerding schaut man danach aus wie …! Naja, dann ging mir noch meine Aussenlampe kaputt. Die kann man mit einem Magneten am Auto befestigen, irgendwie bin ich an das Kabel gekommen, das Ding faellt runter und natuerlich in tausend Stuecke. Leider konnte ich in Nizwa keine solche „Energiespeziallampe“ 15 W, 12V finden, weshalb ich ueber Dubai zurueck fahre. Dort soll es naehmlich einen grossen Outdoorladen geben. Vielleicht hat der sowas.

Heute Nacht hatte ich Besuch von vier Eseln (bitte keine bloeden Kommentare, mir wuerden auf Anhieb mindestens drei einfallen!). Auf jeden Fall bin ich ganz schoen erschrocken. Dadurch, dass ich ja kein Aussenlicht mehr habe, hab ich kurz vor Sonnenuntergang einen ruhigen abgelegenen Schlafplatz auf 2.300 Metern Hoehe gefunden. Also schnell alles vorbereiten, weil wenn es dunkel ist, hab ich nur noch eine kleine Stirnlampe. Also das uebliche Prozedere, Tisch, Stuhl, Kocher usw. aubauen, Klappdach hoch und bettfertig alles herrichten, Ladegeraete fuer Kameraakkus usw. einstoepseln, Abendessen vorbereiten usw. Dann war es auch schon fast dunkelIm Eifer des Gefaechts und der Hecktik hab ich meine Umwelt ganz vergessen, dann ein ungewohntes Geraeusch hinter mir, ich dreh mich um und mach mir vor Schreck fast in die Hose. Stehen nicht weit von mir weg vier Esel und kucken mich entsetzt an, so wie ich wahrscheinlich in dem Moment auch. Naja, die Aufregung hat sich schnell gelegt, es war mir dann doch etwas unheimlich. Im stockdunkelen vier Esel um sich herum zu haben. Mal naeher am Auto, mal weiter weg … und ab und zu ein Eselschrei, der in der Stille der Bergwelt markerschuetternd sein kann. (Es war wirklich stockdunkel. Der Mond ging erst nach 22 Uhr auf). Naja, so im nachhinein muss ich sagen, war ich ja eigentlich der Stoerenfried. Die Esel sind dort wahrscheinlich jeden Tag. Das ist ihr Revier.Sie waren auch morgens noch in Sichtweite. Stoehrend waren nur nachts die Geraeusche ums Auto und ab und an das Eselgeschrei, brrrrr.

Naja, soll ich weiter jammern!?! Laut Reisefuehrer ist das hier um Nizwa die tollste und spektakulaerste Berglandschft die Oman zu bieten hat … Pech nur, das seit zwei Tagen die allegemeins Sicht maximal ein bis zwei Kilometer ist. Der Blick in die Ferne ist wie in Nebel …  Alles geht schief! Ob das die Zahnpasta ist, die ich nach dem Spuehlen aus Faulheit vom Dachzelt nach aussen spucke und die Haelfte wegen drehenden Gegenwind ans Auto klatscht … oder das Fruehstucksei, das morgens beim Auspacken hinter der Hecktuer runter faellt, oder die gespuehlte Espressokanne, die noch feucht in den Dreck faellt, ist … viele solche Kleinigkeiten machen einem die gute Laune schwer. Natuerlich steige ich dann noch irgendwann mit meinen Schuhen in das kaputte Ei …  da hab ich wirklich Angst, den Motor des Autos zu starten … wer weiss was dann kaputt geht …. aber das ist wahrscheinlich zu viel schwarz gemaht.

So, nun ein kleiner Aufruf an euch. Habe auf der Fahrt meine Liebe zur klassischen Musik entdeckt. Es ist toll, durch tolle Landschaften zu fahren und dabei klassische Musik zu hoeren. Leider hab ich nicht so viel klassische Musik dabei. Aber vielleicht koennt ihr euch organisieren und mir fetzige klassische Musik zukommen lassen. Es ist ja kein Geheimnis, ich bekomme in drei Wochen Besuch aus Deutschland 😉  vielleicht gelingt es euch (wer will und kann) mir in Form von mp3-Dateien (am besten auf SD-Karte, notfalls auch CD, habe aber keinen CD-Player im Autoradio) klassische Musik zukommen zu lassen. Allerdings muesste das dann bis 28. Februar bei meinen Eltern sein. Die Adresse findet ihr auf meinem Blog im Impressum/Imprint. Also, ich rechne mit eurer Unterstuetzung 🙂

Viele Gruesse aus Nizwa/Oman,
Euer Jens Cullmann

Noch ein paar Worte zum Schluss. Ich finde es echt klasse, wie sich der Blog entwickelt. Danke fuer die vielen Mails und euer Feedback im Blog. Es ist echt schoen, von euch zu lesen und es motiviert fuer weitere Bilder/Texte. Danke!

11 thoughts on “Oman – Viehmarkt Nizwa, Feb. 2009

  1. Magdalena

    Hey Habibi,
    versuch es nicht mal, vorzuschreiben, wie man kommentieren darf! mir fallen jetzt lauter blöde Kommentare ein. Ich find sie lustig, werde aber wohl für mich behalten müssen…

    Kann mir vorstellen, wie du (als Perfektionist) dich über die Kleinigkeiten ärgerst. TAKE IT EASY!
    viele liebe Grüße,
    Magda

  2. Harry

    Hi Jens,

    wieder mal tolle Bilder. Bin nur etwas verwundert von Bild 19, da sind fast soviel Europäer drauf zu sehen wie Omani.
    Und ich dachte Du bist allein unter Arabern.

    So nun wünsch ich Dir, zur Abwechslung, ‚mal wieder ein paar hundert Kilometer Bergstraße. 🙂

    Gruß
    Harry
    .
    Kommentar Jens: Natuerlich bin ich nicht alleine. Gerade jetzt ist in Oman Touri-Hochsaison. Im Land merkst du davon nichts, aber es gibt ein paar Hotspots da werden alle hingekarrt 😉
    jc

  3. Torsten Klostermeyer

    Hallo Jens,
    macht Spaß Deiner Reise anhand der Reiseberichte zu folgen.
    Sitze hier im verschneiten Hamburg und träume von klassischer Eselsmusik (habe ich doch richtig verstanden?).
    Wünsche Dir weiterhin viel Fortune !
    Torsten

  4. Stefan

    Hey Meister,
    da braucht wohl jemand einen Tritt in den Allerwertesten, damit sich die Stimmung wieder hebt, was?
    Denk daran, du stehst hier unter ständiger Beobachtung – da kannst du dir miese Laune einfach nicht erlauben. Also immer schön Lächeln, deine Leserschaft zählt auch dich 😉

  5. gisela

    Hallo Jens,
    Lass den Kopf nicht hängen, jeder hat mal einen schlechten Tag. Du kannst jetzt nich schlapp machen, wir warten auf Deine Berichte
    Dein Thunfisch sieht ja echt lecker aus. Würde mir auch schmecken. Bei uns in Franken ist Kontrastprogramm angesagt: Viel Schnee, Faschingskrapfen und heißer Tee und Fasching in Veitshöchheim.
    Herzliche Grüsse aus Franken ins verschneite Hamburg an Torsten und Familie.
    Liebe Grüsse Gisela

  6. Walther

    Hallop Jens,

    hier noch ein Thunfischrezept für 4 Personen:
    Am besten geeignet is Thunfisch mit rötlichem Fleisch

    1.Eine Zwiebel abziehen und fein hacken. Ein Bund Petersilie waschen, trockentupfen und fein hacken. Eine Knoblauchzehe abziehen; leicht quetschen.
    2.In einer großen Pfanne 4 EL Olivenöl erhitzen. Zwiebel, Petersilie und Knoblauch hineingeben und anbraten, bis die Zwiebel glasig ist.
    3. 4 Scheiben Thunfisch von je 200 g unter fließend kalten Wasser abspülen und mit Küchenpapier trockentupfen. Mit Salz und Pfeffer aus der Mühle würzen, dann in 2 EL Mehl wenden.
    4. Die Fischscheiben zur Zwiebelmasse geben und von beiden Seiten anbraten. 1/8 l Rotwein zugießen und bei großer Hitze etwas einkochen lassen.
    5. Den Fisch bei schwacher Hitze etwa 20 Minuten köcheln lassen. Auf vorgewärmte Teller legen und die Sauce darüber gießen.

    Die Zutaten solltest Du alle bekommen (Petersilie?)

    Guten Appetit!
    Dagmar und Walther

  7. Marga Ulrich

    hallo Jens, hab gerade in deine Karte geschaut – machst Du Dich jetzt wieder auf den Rückweg – oder was? Ist das wegen der kaputten Lampe in Richtung Dubia? Und nicht nur hier stehtst Du unter Beobachtung, sondern auch auf Deiner Tour. Hab zur Zeit eine Freundin auf Trekking Tour im Jemen. Hab Ihr gesagt, wenn du ein FÜ-Kennzeichen siehst dann sag einfach „hallo Jens“. Also Junge, halt die Augen auf und die Ohren steif. Einfach faszinierend was Du uns da schreibst und zeigst. Mach weiter so. Lb. Gr. Marga

  8. Stephan Kern

    Hallo Jens,
    nur nicht aufgeben.
    Bisher läuft doch alles wie am Schnürchen.
    Wir ( Ich !! ) wollte(n) schon an der Verschiffung in Genua umdrehen.
    In Mailand hat der Motor zu klingeln begonnen.
    Obwohl er so seit 6-7 anstandsfrei gelaufen ist.
    In Genua kamen immer stärker werdende Getriebegeräusche dazu.
    Außer im 4. Gang. Wir sagten uns, notfalls geht´s halt nur im 4. L und H weiter.
    Am Zoll zwischen TUN und Libyen hat der tun. Zoll all unsere Vorräte an alkh. Getränken aufgestöbert ( 6l Rotwein und 3/4 Fl. Whiskey ). Den lib. Beamten hätte es gar nicht interessiert.
    Zu guter letzt haben wir am 31.12. bei starkem Wind auf der „Schnellstraße“ an der lib. Küste entlang vom Dachgepäckträger unsere Kiste mit den Schlafsäcken, Innenschlafsäcken und den Daunenfederkopfkissen verloren.
    Nochmals 100 km hin und wieder zurück – keine Chance die Zargesbox noch zu finden. Haben wir in Masra Matrouh eben Decken gekauft.
    Ich denke man kann auf einer solchen Reise nicht erwarten, daß man ohne Verluste bzw. Rückschläge durchkommt.
    Sei es aus eigener Unachtsamkeit oder fremde Einflüsse.
    Aber macht das und die damit verbundenen Probleme und die Lösung dieser „Schwierigkeiten“ nicht gerade die Art des Reisens wie wir es wollen, aus.
    Also weiter, Du bist noch nicht in Afrika!
    Wo willst Du rüber?
    Saudi – Sudan?
    Keep cruising ( einem Landy Fahrer würde ich happy landrovering wünschen ) und paß auf Dich auf
    Stephan

  9. Margit & Theo

    Hallo Jens,
    Deine Reise entwickelt sich für mich zur ersten daily soap meines
    Lebens die ich gerne verfolge. Wir sind froh das du gesund bist
    und deine Bilder sind absolute highlights, mann mann mann.
    Weiter so. Sind jetzt definitiv September/Oktober in Gabun Kamerun und der Zentralafrikanischen Republik, vielleicht trifft man sich??
    Geniese die arabische Gastfreundschaft solange es geht!!
    salaam
    Margit & Theo

  10. Franzi

    servus jens, mich haben deine aus dem iran sehr an meine reise 2004 erinnert. ich freue mich am meisten das du deinen humor nicht verloren hast …bääähhhh.
    mein lieblingsbild von nizwa sind die, wie du es ausdrückst, steinwasserfälle. Ich vermute mal das es kalksteinfelsen sind, richtig?
    gruß und bussi, das franzerl.

  11. Folkert

    Hallo Jens,
    es bleibt spannend auf Deiner Seite. Ich hoffe, die Stimmung hat sich mit dem Zeitpunkt dieser Mail bereits gebessert. Bist doch offensichtlich in bester Gesellschaft mit Deinen 4 Kumpels vom Abend ;o)
    Die Bilder sind immer noch der Hammer, solltest später einen Reisebericht mit Bildband rausgeben. Gibt hier in Gö. regelmäßig Vorträge von solchen Trips an der Uni in Selbstvermarktung.

    Weiterhin viel Spaß und denk an Deinen Termin im Sudan ;o)
    Folkert

Comments are closed.