und Elefanten fressen doch Fleisch!!!  😉

so, nun der erste und wahrscheinlich einzige Blog aus Sambia. Nach dem letzten Blog ging es über Chipata ganz im Osten in den South Luangwa Nationalpark. Ich merke immer mehr, wie wichtig es ist, länger in einem Park zu bleiben um  bessere Bilder machen zu können. Erst nach ein paar Tagen hat man ein Gefühl, wo was ist, wie Landschaften wirken, wo sich wann welche Tiere aufhalten usw.

Campen mußte ich diesmal vor dem Park, da im Park keine Zeltpläte sind, oder nur sehr Teuere und Luxuriöse. Die Grenze zum Park ist der Fluß Luangwa, allerdings ist dies natürlich für die Tiere keine wirkliche Grenze und so ist gegen Ende der Trockenzeit der Wildbestand am Fluß beträchtlich und Tiere überall.

An einen Abend wollte ich grillen. Die Nachbarn hatten noch Feuer an und so hab ich meine Kartoffeln, Süßkartoffeln und eine Zwiebel schon in Alufolie gewickelt und in die Glut gelegt. Das Fleisch war noch abgepackt am Tisch neben der Tomate, die auch erst zum Schluß in die Glut kommt. Ich wollte noch die Bilder der letzten Tage auf meinen Computer sichern und sichten, da hörte ich wie so oft davor, das spritzen und platschen von Wasser … werden wieder Hippos oder Elefanten über den Fluß kommen dachte ich mir. Kurz darauf sah ich einen mittelgroßen Elefanten vielleicht 30 Meter vom Auto … auch nichts besonderes, die Nächte vorher grasten Flußpferde direkt neben dem Auto in der Nacht und in Manapools gingen Elefanten keine fünf Meter von uns vorbei, während Jez und ich grillten. Doch plötzlich stand der Elefant am Auto und Sekunden später vor meinem Tisch, vielleicht zwei Meter vor mir (ich noch sitzend auf der anderen Seite). Dann schleuderte er seinen Rüssel von unten nach oben in die Luft, wie eine abfällige Handbewegung. Sandkörner und kleine Steinchen wurden dabei in die Luft geschleudert und trafen auch mich. Ich klappte ruhig aber schnell den Computer zusammen, griff ihn, stand  auf und entfernte mich schnell aber nicht hektisch nach hinten. Dann griff sich der Elefant mit seinen Rüssel die Tomate und führte sie zum Maul und frass sie. Dann kam die Knoblauch-Kräuter-Gewürzmischung dran. Er kaute ein wenig auf der Plastikflasche herum. Aber anscheinend schmeckte sie nicht, denn sie landete auf dem Boden. Dafür griff er sich jetzt mit dem Rüssel das noch abgepackte Fleisch und aß es auf! Dann schwenkte er zum Auto, durchwühlte die Küchenkiste, fand aber nichts weiter. Zum Glück war Zucker und Salz gut verpackt. Irgendwie hat er dann noch die Butterdose zerstört.

In der Zwischenzeit stand ich bei meinen Campingnachbarn und wir beobachteten die Szene gespannt. Dann hob er seinen Rüssel am Auto. Wenn sie das machen, versuchen sie zu riechen und lokalisieren! Ich hatte echt Angst, dass er die restlichen Tomaten in der Kühltruhe auch noch richt und versucht, da ran zu kommen. Mein anderes Obst und Gemüse hab ich schon nach der Ankunft an der Bar verstaut. Jeder Campingplatz am Park hat Plätze, die von Elefanten nicht „geknackt“ werden können, um Lebensmittel der Gäste aufzubewahren. Ich griff schon einen glühenden Holzscheid und wollte den Elefant stören, sollte er an mein Auto wollen. Aber zum Glück roch er da nichts und er kam auf uns zu. Die Nachbarn hatten einen Tetrapack mit Wein auf dem Tisch, den er mit dem Rüssel nahm. Beim Versuch an den Inhalt zu kommen, stieg er drauf und der Tetrapack platzte … kein Wein für den Elefant 🙂 … ein paar Meter weiter durchstöberte er noch den Mülleimer und verschwand dann in die Nacht!

Und jetzt soll nochmal einer kommen und mir erzählen, Elefanten sind keine Fleischfresser 😉  wobei ich annehme, dass der Kerl nur noch die Tomate roch, die auf dem Fleisch am Tisch lag. Zum Glück hatte ich noch eine zweite Packung Fleisch im Kühlschrank und das Grillen ging für mich weiter. Allerdings ließ ich die Tomaten diesmal in der Kühlboxund verzichtete bei diesem Abendessen auf gegrillte Tomaten!  🙂

Am nächsten Tag, spät nachmittags, ich war gerade auf der Fahrt aus dem Park, kommt mir ein offenes Safariauto mit einigen Touristen auf den Sitzbänken, entgegen. Im langsamen vorbeifahren schau ich rüber zu den Touris und denk mir noch, dass ich das Gesicht doch kenne. Und er schaut auch so komisch rüber zu mir. Ich bremse, er scheint auch dem Fahrer zu signalisieren, dass er anhalten soll. Und tatsächlich, steht mir der Mirco gegenüber der mit Freundin Verena in Sambia seinen Urlaub verbringt. Mirco ist der Werkstattleiter, wo ich mein Auto vor zwei Jahren gekauft habe. Zufälle gibts! Am nächsten Tag haben wir uns nochmal getroffen und wir haben Infos ausgetauscht. Von Ihm bekam ich den Tip einer guten Werkstatt im Luambe Nationalpark. Da an meinem Auto ein paar Kleinigkeiten 🙂 nicht mehr ganz funktioniereten, entschloss ich mich, am nächsten Tag dort hin zu fahren. Dort also ein Werkstatt-Tag ohne vom Park viel gesehen zu haben. Am nächsten Tag im Transit durch den North Luangwa Nationalpark. Auf dem Weg nach außen kommt mir ein Fahrzeug entgegen. Das erste Fahrzeug seit zwei Tagen, deutsches Nummernschild. Wir halten beide an und als der Fahrer aussteigt, trau ich meinen Augen fast nicht. Steht mir da der Olaf gegenüber. Olaf hab ich vor ziemlich genau zwei Jahren, vor meiner Abreise, in Nürnberg getroffen. Damals haben wir besprochen uns im Iran zu treffen, wo zu der Zeit sein Auto stand. Allerdings habe ich meine Visa zu spät bekommen und so wurde daraus nichts! Und nun sieht man sich wieder. Nach zwei Jahren, jeder auf unterschiedlichen Routen unterwegs. Er reist momentan mit seiner Frau Anita und noch einem Freund. Nach einem Informationsaustausch und dem Beweisfoto fuhren wir in entgegengesetzte Richtungen weiter.

Abends kam ich dann bei den heissen Quellen in Kapishya an. Dort hat es mir dann so gut gefallen, dass ich um eine Tag länger dort bleiben mußte. Einfach mal im 41 Grad warmen wasser liegen, dann was lesen, dann wieder ins Wasser, abends Essen mit den Lodgebetreibern (ich war campen!) … das hat mal unheimlich gut getan nach dem vielen Fahren in der Hitze. Kapishya liegt auf circa 1.500 Metern über NN. Die Woche davor waren auf circa 500 Meter üNN 42 Grad tagsüber keine Seltenheit. Hier merkte man mit den Höhenunterschied deutlich den Temperaturunterschied. Besonders Nachts wurde es bis zu 10 Grad kühl und ich mußte doch tatsächlich meinen warmen Schlafsack wieder auspacken 🙂

Über die Bangweulusümpfe, die riesig sind und die Anfahrt sich ins Endlose gezogen hat, fuhr ich dann weiter in den Kasanka Nationalpark. Den Park selber fand ich nicht so berauschend. Viel Wald und viele Sümpfe. Aber zu dieser Jahreszeit kommen aus dem Kongo nach Schätzungen bis zu 10 Millionen Flughunde. Ende Oktober kommen sie und im Dezember, wenn sie keine Nahrung mehr finden, fliegen sie weiter, wieder in die Tiefen des Kongos! Von anderen Reisenden hab ich erfahren, dass schon viele Flughunde im Park sind. Allerdings ist es schwierig, die Viecher zu fotografieren. Nach Sonnenuntergang fliegen sie los auf Futtersuche und vor Sonnenaufgang kommen sie zurück und verteilen sich auf die Wälder in der Gegend zum Schlafen. Nachträglich bereuhe ich, dass ich keine Tour in die Wälder gemacht habe. Diese hätte extra gekostet. Da aber nach der Parkverwaltung erst ein paar hunderttausend da sind, verzichtete ich auf die Tour in den Wald, der nur mit Wildhütern betreten werden darf.

Nach der Flughundshow am Morgen, ging es gleich weiter. Zurück auf die Straße und nach Lusaka. Da ich mein Auto schon seit Tagen nur noch mit der Verbraucherbatterie starten konnte, wollte ich noch am Freitag nachmittag in Lusaka sein um dort eine neue Autobatterie kaufen zu können. Nach ein wenig Herumfragen auf der Straße fand ich dann tatsächlich einen Vertrieb von Bosch und Varta Produkten. Vielleicht hält diese Batterie ja länger als die letzte (genau 1 Jahr). In der Werkstatt in Luambe meinte Joe, der Werkstattleiter auch, das diese Batterien nie länger als ein Jahr bei ihm halten! Und zum Glück war ich am Freitag noch bei Bosch, denn Samstag haben die tatsächlich zu. Viele Shops haben in Lusaka Samstag und Sonntag nämlich geöffnet.

Da morgen Unabhängigkeitstag in Sambia ist, versuche ich meine Einkäufe heute zu erledigen und diesen Blog schon heute online zu stellen. Wenn alles gut geht, bin ich morgen schon auf dem Weg in den Westen Sambias!

7 thoughts on “Zambia, Okt. 2010

  1. Tom Frey

    Hallo Jens,
    ein Lob an Deine tollen Fotos!! Was macht den der Moschi?
    Hier un D werden die Momente in der Luft immer seltener und wenn, dann die Finger immer kälter und die Sonne immer flacher. Bald müssen die Heizhandschuhe raus. Pass auf Dich auch und zeig auch mal ein paar Luftaufnahmen. Beste Grüsse Thomas

  2. Benjamin

    Hallo Jens,
    wir haben uns im Frühjahr 2009 in Nizwa im Oman getroffen. Ich war da gerade mit dem Fahrrad unterwegs. Seitdem schau ich immer wieder deinen blog an. Schöne Geschichten und schöne Fotos! Weiter so!

    Viele Grüße, Benjamin
    http://www.benevisions.de

  3. Bettina

    Herzlichen Glückwunsch. Meiner Meinung nach werden die Bilder immer besser.
    Herzliche Grüsse
    Bettina

  4. Claus

    Hallo Jens,
    deine Bilder sind wieder einmalig!
    Wie ich dich beneide! Fern ab allem Stress, ohne Sorgen einfach in den Tag hinein leben!
    Pass auf dich auf!
    Liebe Grüße aus der Heimat.
    Claus

  5. Folkert

    Hallo Jens,
    hier ein Bericht von heute auf t-online.de =
    Ein Rudel Löwen hat im Norden Simbabwes einen Touristen getötet. Der 59-jährige Geschäftsmann wurde nach Angaben einer Naturschutzorganisation von fünf Raubkatzen aus der Dusche eines abgelegenen Lagers gezerrt und angefallen.
    Die zunehmende Wilderei in der Region mache die Tiere in der Region immer aggressiver, sagte der Leiter der Naturschutzorganisation „Zimbabwe Conservation Task Force“, Johnny Rodrigues. „Wir raten jedem zu extremer Vorsicht. Die Tiere verhalten sich völlig unberechenbar“, sagte Rodrigues.Im vergangenen Monat war bereits ein Südafrikaner im Matusadona-Reservat von einem Elefanten getötet worden. Der Mann hatte ein Fütterungsprogramm für verwaiste Tiere unterstützt. Im September war ein weiterer Mann von einer Elefantenkuh angegriffen worden, als er mit seinem Fahrrad in einer bislang als sicher geltenden Gegend unterwegs war. Der Mann wurde bei der Attacke schwer verletzt. „Er hatte Glück, dass er mit seinem Leben davon gekommen ist“, sagte Rodrigues.

    Also weiter schön vorsichtig bei Deine Abenteuern ….

    Gruß aus Gö.,
    Folkert

  6. Jens

    nun muss ich mich doch mal hier melden.
    zu Folkert: die Elefantenattacke auf den Fahrradfahrrer war in Kariba, kurz bevor ich nach Kariba kam. Der Mann kam radelte auf dem Weg. Dort sind eigentlich immer Elefanten. Allerdings kam er zwischen Mutter und Kind und dann werden die Tiere unberechenbar.
    Die Löwenattacke war in Mana Pools (wo ich ja auch war). In diesen Teil des Parks wurden aber die Löwen angeblich von den Rangern angefüttert. Sie waren also an Menschen gewöhnt. Normalerweise meiden sie die Nähe zum Menschen.
    zu Claus: Du hast keine Ahnung, wenn Du denkst, dass ich hier einfach so in den Tag hinein lebe.

  7. Jola

    Hi Jens,

    So you discovered that not all elephants are vegetarians!!!
    I did not quite got that bit about wine – but I assume that he was rather put off by the unpleasant and strong smell of it!!! The world virtually is a global village if you manage to just randomly bumped into those guys that you met a few years later. We all are just little dots scattered all over the place called Earth!

    Thanks to my genius for German language with only „a little tiny“ support from Google translator :-))), I can now follow your blog!

    Have a good day where ever you are!

    Jola

    P.S.Be careful with tomatoes!!!!

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