Nach Dubai ist der Oman wie Erholung.

Der Verkehr in Downtown Dubai war nicht schoen. Eigentlich war immer ueberall Stau. Hier in der Hauptstadt Muscat geht es sehr gemuetlich zu. Die Omanis sind freundlich und relaxed. Der Grenzuebertritt war fast erholsam und die Grenzbeamten haben sehr geholfen. Die zwei Naechte vor Muscat hab ich in den Bergen verbracht. Endlich kommt auch mal richtiges Campingfeeling auf. Man kann/darf ueberall campen wo es nicht verboten ist! Also einfach von der Strasse/vom Track weg, irgendwo hin fahren, wo man denkt, man ist alleine und dort campen. So einfach ist das.

Natuerlich ist es jedes mal ein kleiner Nervenkitzel, vor allem, wenn man alleine unterwegs ist. Wenn moeglich, wird die naehere Umgebung erst mal zu Fuss erkundet. Wer liebt schon Ueberraschungen, wenn man sie nicht unbedingt haben will. Zum Beispiel beim Duschen. Jeden zweiten Tag sollte man ja spaetestens Duschen (kommt natuerlich auch darauf an, wie sehr tagsueber transpiriert wurde), das war somit auch in den Bergen wieder der Fall. Wie Ihr vielleicht auf den einem Bild gesehen habt, gibt es nirgends groessere Baeume oder Buesche. Also haengt man die Campingdusche am Auto auf und hofft, dass nicht genau dann jemand „ueberrascht“, wenn die Kleider abgelegt sind. Schon ein komisches Gefuehl, mitten in der Steinwueste ohne Sichtschutz nackt duschen … und das auch noch in einem islamischen Land!

Ganz alleine bin ich nie, dass hab ich spaetestens nach meinem Rundgang gemerkt. Irgendwo Spuren von Ziegen, von weiten auch selten akkustisch zu hoeren. Und wo Ziegen sind, ist auch irgendwo zumindest ein Ziegenhirte. Man hat ja in so Situationen doch eine ganz andere Sinneswahrnehmung, zumindest geht es mir so. Ja, ich gestehe, natuerlich ist da Adrenalin dabei. Andere lassen sich mitten im Urwald absetzen, ich hab das schon beim Campen in Laubendorf … und hier erst recht 😉  (lese gerade ein Buch von Ruediger Nehberg, der Survivalgot, will ja auch zumindest theoretisch auf Ausnahmesituationen vorbereitet sein und vor meiner Abreise aus Deutschland hab ich es nicht mehr geschafft zu lesen).

Die Naechte sind ruhig. Die Sonne ist weg, der Wind flaut ab, kaum noch Geraeusche. Dafuer ein toller Sternenhimmel … und zum Einschlafen den Nehberg 🙂

Und am ersten Morgen muss ich feststellen, dass ich noch ziemlich unorganisiert bin. Vieles ist noch umstaendlich verpackt. Fruehstueck vorbereiten dauert Ewigkeiten. Erst finde ich den Zucker nicht, dann ist das Marmeladenglas in einer anderen Box, die nur umstaendlich zu erreichen ist, dann tropft der Kanister, wo ist das Besteck … ich koennte hier noch laenger aufzaehlen … Kleinigkeiten die aufhalten, aber ich weiss, es wird sich einspielen. Dann kommt noch dazu, dass ich kleidungstechnisch noch nicht richtig umgestellt habe von kalt auf warm. Selbst in Dubai waren die Naechte noch sehr frisch. Hier sehr angenehm. Nach laengeren Suchen hab ich meine Sommerklamotten gefunden, natuerlich ganz unten in der Kiste…

Oman ist definitiv Toyotaland. Ueberall Hilux, Landcruiser, Prado, usw. Allerdings faellt mein Toyo wieder komplett aus der Reihe … er ist mit Abstand der Aelteste, dabei hat er doch erst neun Sommer auf der Karosserie! Hier ist es wie im Iran, Maenner werden zu Kindern. Ich habe den Toyo vor dem Hotel geparkt und jedes Mal, wenn ich am Auto bin, muss ich Rede und Antwort stehen, sowohl bei Omanis, Inder, Pakistani und Deutschen Urlaubern, die FUE mit Fuessen verwechseln 🙁  Fuerth hat da anscheinend ein Imageproblem!

Werde morgen Muscat verlassen und wahrscheinlich an der Kueste in den Sueden fahren, dort sollen schoene Straende sein … wo waren doch gleich wieder meine Taucherbrille und Schnorchel im Toyo?! 😉

Viele Gruesse,
Euer Jens Cullmann

7 thoughts on “Oman hat was, Feb. 2009

  1. Frank

    Hat es funktioniert ?
    .
    Kommentar Jens: nein, Kondom ist schlecht. Erstens krieg ich den alten Dichtungsgummi nicht raus, wahrscheinlich ist er festgeklebt. Zweitens ist kein Platz mehr, wo der Gummi halten koennte, da gibt es keine Innenwand zum drueberwursteln! Drittens, bitte dieses Thema in dem Blog weiter behandeln, wo es angefangen wurde. Hier kann keiner was mit anfangen, danke 🙂
    jc

  2. Folkert

    Hallo Jens,
    okay, Kondome waren also griffbereit und nicht unten in der hintersten Kiste ;o)
    Schließe mich einem früheren Eintrag an = mach langsamer (ich weiß, die Hölle für Dich …), ansonsten gehen Dir die Reiseziele zum Ende Deines Trips aus.
    Weiterhin viel Spaß, es bleibt spannend auf Deiner Seite.

    Gruß, Folkert
    .
    Kommentar Jens: Die Kondome sind noch irgendwo im Auto unangetastet 😉 hab ich ueberhaupt welche dabei :o) aber wenn Du den Verschuss siehst, weisst Du, dass das nicht gehen kann!
    Zum Thema Fahrtempo. Ich will/muss wegen auslaufender Visa Anfang Maerz im Sudan sein. Danach koennte ich mir noch mehr Zeit nehmen.
    jc

  3. Harry

    Hallo Jens,
    hast Du Kanister schon Dicht?
    Ein Tipp aus eigener Erfahrung. Bin mal mit neun randvollen Grappakanistern von Italien nach Hause gefahren.
    Diese hatten auch einen Schraubverschluss mit Gummidichtung. Nach einer halben Stunde Fahrt war ich schon fast Blau, also ne Plastiktüte zerstückelt und zwischen jeden Verschluß ein Teil dazwischen geschraubt. Nix mehr ist dann rausgelaufen und hat auch nicht mehr nach Grappa gerochen.- Eigentlich schade 🙂
    Liebe Grüße
    Harry
    .
    Kommentar Jens: das mit den Plastiktueten oder Frischhaltefolien ist wahrscheinlich der beste Vorschlag. Werde da mal probieren.
    Danke Harry / danke Edith (frueherer Vorschlag im letzten Blog)
    jc

  4. pinky madame

    Hai Jensemann,

    geht doch mit den Bildern!
    Sind gute Eindrücke von Menschen und Landschaft und
    zudem noch scharf und gut belichtet.

    Keep going und wenn Du die Kanister nicht dicht bekommst,
    einfach austrinken.

    Grüße
    pinky madame

  5. Walther

    Hallo Jens,
    das mit Fuerth und Fuessen war schon vor 30 Jahren so. Die Leute lernen halt nichts dazu.
    Weiterhin gute Fahrt auf all Deinen Wegen und weiterhin so schöne Bilder von unterwegs.
    Walther

  6. Marga Ulrich

    Hallo Jens, hab vielleicht auch noch einen Tip für Dich wenn sich nicht schcn eine Lösung gefunden hat. Also die Kondome würde ich aufheben für wirklich dringende Fälle, aber vielleicht könnte man den Verschluss mit einem von diesen roten Gummis umwickeln – Du weisst schon, die man nimmt um Tüten zu verschliessen – vorausgesetzt natürlich, Du hast so was zur Verfügung. Die dehnen sich entsprechend aus und Du kannst eventuell das Gewinde damit umwickeln. Bin gespannt wie Du das Problem gelöst hast.
    Lb. Gr. Marga

  7. carola

    mach dir doch nen aufkleber
    „fruehstück“ auf eine box
    und tue alles da rein :)))
    ich würde über den kanister
    ausgang ein dünnes stück stoff spannen
    altes shirt oder sowas
    das dichtet ab und nimmt etwas wasser
    auf im gegensatz zu den wohl recht
    wertvollen kondomen

    wir waren gestern in bad toelz 20 cm schnee

    liebe gruesse hoffis

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