Während der zwei Monate auf der Südhalbkugel haben wir vergessen, wie sich 12 Grad am Tag anfühlen. Nun sind wir seit knapp einer Woche zurück in Deutschland, ziehen uns warm an, trinken Roiboos-Tee und wartend auf mehr Sonne, erstellen wir den neuen Blog.

Anfang April verbrachten wir mit Stuart in Victoria Falls. Zu dieser Zeit führt der Sambesi-Fluss das meiste Wasser und man sieht den Sprühnebel schon von weit weg. Die Vogelperspektive ist die beste Gelegenheit, sich dieses Naturspektakel anzusehen. So entschieden wir uns für einen Helikopterflug und waren von den Ausblicken schwer beeindruckt. Am selben Tag liefen wir noch an den Wasserfällen entlang. Eine Regenschutzkleidung fanden wir ziemlich uncool und lehnten sie entschieden ab. Wie erwartet dauerte es nicht lange, bis wir bis auf die Knochen nass waren. Ans Fotografieren war dabei gar nicht zu denken.

Die Kameras wurden aber bald wieder in Betrieb genommen, während einer Bootsfahrt auf dem Sambesi. Stuart empfahl uns das schickste Boot mit den leckersten Cocktails und Snacks wie z.B. Krokodil-Creme, Lachsbrötchen und Sushi-Variationen. Überflüssig zu sagen, dass wir den Sunset-Cruise sehr genossen haben.

Äußerst interessant waren auch die Game Drives mit Stuart. Als professioneller Guide konnte er uns jeden Grashalm und jedes Vieh erklären. Er hat sogar, auf speziellen Wunsch von Jens, einen Leoparden gefunden!

Nach einigen Tagen haben wir uns auf den Weg gemacht und sind durch den Caprivi-Streifen nach Namibia eingereist. Dann ging es ziemlich zügig nach Opuwo, wo wir uns mit Dee und Nick wieder treffen wollten. Geplant war eine Tour durch das Kaokoveld, eine sehr einsame Gegend, die man aus Sicherheitsgründen am besten mit zwei Fahrzeugen erkundet. Opuwo ist das letzte Städtchen in dem man noch Reserven auffüllen kann. Nordwestlich davon gibt es keine Versorgungsmöglichkeiten mehr. Es ist also kein Ausflug, der leicht unternommen werden kann. Wir bereiteten uns bestmöglich vor: Ausgestattet mit Diesel, Wasser und Lebensmitteln fuhren wir Richtung Hartman-Tal und weiter zum Marienfluss.

Auf dem Weg zum Camp am Kunene-Fluss sahen wir ein Pannenfahrzeug und hielten an, um zu helfen. Der Fahrer war mit einigen interessanten Fahrgästen unterwegs, siehe Foto.

Kaokoveld ist gleichzeitig faszinierend und respekteinflössend. Die Weite, Stille, Farben bleiben uns noch lange in Erinnerung. Tagsüber sind wir dort herumgelaufen, bis es zu heiß wurde, dann weitergefahren, bis wir ein schönes Plätzchen zum Wildcampen fanden. In dieser Gegend wohnt seit jeher das Himba-Volk. Die Frauen sind mittlerweile ein beliebtes Fotomotiv jedes Namibia-Reisenden geworden. Sie lassen sich aber nicht mehr kostenlos fotografieren, sondern verlangen Geld dafür. Die Frage, ob man für Bilder bezahlen soll ist ziemlich kontrovers. Jedenfalls wollte Nick unbedingt einige Fotos machen. Die Gelegenheit dafür ergab sich in der Nähe von einen unserer Camping-Plätze, Marble Camp. Dort wurden wir in Begleitung eines Einheimischen in ein Himba-Dorf geführt. Nick hatte einen kleinen Drucker dabei, mit dem er die Bilder unmittelbar ausdrucken konnte. Die Dorfbewohner waren von den geschenkten Fotos sehr begeistert und verlangten von uns kein Geld.

Auf dem Weg nach Purros sahen wir wieder atemberaubende Landschaften, die auf der Karte nicht mal einen Namen hatten. Eine Strecke fuhren wir in einem trockenen Flussbett und hofften Wüsten-Elefanten zu finden. Plötzlich sahen wir Dee wild mit den Händen fuchteln. Die Ursache dafür war schnell klar. Der trocken aussehende Track mündete in einer frischen Matschstelle. Die Vorderreifen des Autos vergruben sich ziemlich tief… Uns kamen sofort Erinnerungen an die Kalahari. Diesmal war die Lage aber nicht so dramatisch. Es ist noch ein Fahrzeug gekommen, also standen wir zu sechst da. Intensives Schaufeln war angesagt, da es schon Nachmittag war und Regenwolken wieder aufzogen und wir befürchteten, dass sich das fast trockene Flussbett wieder mit Wasser füllte. Nachdem das Auto freigeschaufelt war und auf Sandblechen stand, war es ein Kinderspiel es mit zwei Abschleppseilen rauszuziehen.

Die nächste Etappe führte über Palmwag nach Kamanjab. Dort blieben wir zwei Tage und kümmerten uns ums Organisatorische: Einkaufen, Waschen, Tanken, weitere Reise planen. Ein Tag später sahen wir uns einen versteinerten Wald, die berühmten Felsgravuren bei Twyfelfontain und Felsformationen, die so ausschauen wie Orgel Pfeifen, an. Für diese Sehenswürdigkeiten müssten wir zum Teil eine Eintrittskarte kaufen und mit einem Führer und anderen Touristen herumlaufen, was sich nach den Tagen in einsamen Kaokoveld ziemlich komisch anfühlte…

Das war kurz vor Ostern und uns war es klar, dass jede halbwegs einfach erreichbare touristische Attraktion von Urlaubern belagert sein wird. Um dies zu vermeiden, kamen wir auf die Idee uns in Messum-Krater zu verstecken. Dieser Vulkankrater hat einen Durchmesser von 22 Km und besteht größtenteils aus Basalt. Wir sind dort den ganzen Ostersonntag herum gefahren, ohne ein weiteres Auto zu sehen. So konnten wir tun und lassen, was wir wollten. Es war so heiß, dass wir uns sicher waren, dass man auf den Felsen Eier braten kann. Nun hat es aber doch nicht geklappt, somit können wir sicher wissen, dass der ausgesuchte Felsen kälter als 62° war…

Von Messum Krater war es nicht mehr weit weg zur Atlantikküste. Wir sind also zur Abkühlung nach Swakopmund gefahren. Dort genossen wir die kalte Briese und ein ausgezeichnetes Fischangebot. Als nächstes stand Sossusvlei mit seinen tollen Dünen auf dem Plan. Wir kamen da am Nachmittag an und stellten fest, dass wegen der Osterferien das Camp restlos überfüllt war. Der nette Mann an der Rezeption fand aber mit viel Fantasie immer weitere Plätze, wo man das Auto abstellen konnte.

Wir verbrachten den nächsten Morgen zwischen den Dünen und in Deadvlei. Der extrem starke Wind aber war Anlass, dass wir schon gegen Mittag beschlossen haben, weiter nach Lüderitz zu fahren.

Ein Hauptgrund dafür war eine Austern-Farm. Im ersten Stock wurde dort ein simples Restaurant eingerichtet. Das Menü besteht ausschließlich aus Austern. Man kann bloß wählen: pur oder mit Parmesan überbacken. Wir waren die ersten Gäste und blieben so lange, bis wir auch die letzen Gäste waren. Nach 30 Austern (pro Person!) und drei Flaschen Weißwein schlenderten wir fröhlich durch das Städtchen und sahen uns einige der alten deutschen Prachthäuser an. Am nächsten Morgen, noch vor Sonnenaufgang, besuchten wir die verlassene Diamantenmiene Kolmanskop.

Mittlerweile neigte sich unsere Zeit in Namibia zu Ende. Die letzten Tage verbrachten wir in der Nähe von Keetmanshoop. Dort fand man Versteinerungen von Sauriern, deren Alter auf auf 270 Mio. Jahre datiert ist. Außerdem wächst da ein spektakulärer Köcherbaumwald. Es war Neumond und somit bestand eine gute Chance, Sternbilder zu machen. Dies klingt ja einfacher, als es tatsächlich war. Technisches Wissen war gefragt: wie findet man den wahren Süden, welche Kameraeinstellungen nimmt man vor? Außerdem: wo stellt man die Kamera am besten auf und wie findet man sie wieder in der totalen Dunkelheit? In fast schlaflosen Nächten fand Jens Antworten auf all diese Fragen. Die Resultate können sich ja sehen lassen!

Die letzte Woche unserer Reise wollten wir in Johannesburg mit unserer südafrikanischen Familie verbringen. Es gab ja viel zu erzählen! Die Tage gingen schnell vorbei und plötzlich war es Zeit in den Flieger einzusteigen.

Nun sind wir wieder im Lande und gewöhnen uns langsam daran, dass es nach 18 Uhr immer noch hell ist!

Bilder wie immer in der Gallery.

Viele Grüße,
Magdalena und Jens

6 thoughts on “Namibia, April 2014

  1. Folkert

    Hallo Jens,
    ich hoffe, die Mail erreicht Dich irgendwo auf der Welt. Happy Birthday, wünsche alles Gute, wo immer Du auch aktuell sein magst. Flasche Schampus und ein Nutella-Brot werden sich hoffentlich auftreiben lassen.
    Gruss aus D., Folkert

  2. christiane

    Lieber Jens,
    alles Liebe nachträglich zum vorgestrigen Geburtstag (prima Datum wg. Verfassung)! „“You look younger than ever…“ 😉
    Und euch beiden natürlich alles Gute fürs Verheiratetsein! woher ich´s weiß? Ich traf die gute Steffi bei einem Kochkurs… Was man eben so macht in Göttingen.
    Wir würden uns freuen euch mal wieder zu sehen!
    Andreas und Christiane

  3. DidiK

    Hi Jens,

    Hab dich auf facebook gefunden und dort den Link hierher gesehen.
    Sag bescheid, wenn du wieder mal in Langenzenn bist.
    Ich arbeite seit 6/2014 um die Ecke 😉
    Viel Spaß/Glück im Rest der Welt!

    Bis die Tage
    DidiK
    Ex400mH-Runner

  4. Dorlo

    hallo Jens,

    ich hab Deine Seite soeben erst entdeckt, gefällt mir ausgesprochen gut.
    Gefunden hab ich Dich, weil ich unter dem Stichwort Gesundheitskurs für Langzeitreisen recherchiert hab. Du schreibst in einem älteren Bericht, dass Du einen solchen gemacht hast. Mich würde brennend interessieren wo oder bei wem.
    Würde mich über eine Antwort freuen.
    Ich wünsch Dir noch viele schöne Reisen bei guter Gesundheit
    sei gegrüßt von
    Dorlo

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