Reise der Highlights… Dieses Jahr wagte ich erneut die Fahrt nach Namibia, allerdings mit Magdalenas Begleitung 🙂 Nach strammen und langen fast 1200km Fahrt von Johannesburg kamen wir am ersten Reisetag abends pünktlich kurz vor Sonnenuntergang zu dem obligatorischen Sundowner in Grunau/Namibia an! Mit den gefahrenen Kilometern hatten wir dann auch den längsten Teil der Anreise hinter uns.

Kolmannskuppe, eine verlassene Diamantenstadt war dann am nächsten Tag unser erstes Ziel. Dieses Jahr hatten wir das Glück, das man wahrscheinlich an 99,999% der Tage hat, wenn man Kolmannskuppe besucht: es scheint die Sonne! 😉 (zur Erinnerung, letztes Jahr regnete es bei meinem Besuch der Kolmannskuppe)

Danach gleich nach Lüderitz, wo wir die wahrscheinlich besten und frischsten Austern in ganz Namibia bekamen. Zusammen schafften wir dann knapp 50 Stück. Dazu natürlich auch dementsprechend viel Wein. Den Nachmittag verbrachten wir im Hafen auf einer Parkbank und dösten unseren kleinen Rausch aus.

Weiter ging es am nächsten Tag nach Sossusvlei, wo ich Magdalena mit einer Ballonfahrt überraschte. Es war für einen Gleitschirmflieger wirklich ein tolles Erlebnis (siehe Bilder). Vor allem das Frühstück danach war ein wirkliches Highlight mit „Champagner as much you can drink“ 🙂 … und wir suchten wirklich unsere Grenzen…

Wir blieben in der Gegend zwei Tage. Natürlich ging es dann morgens auf die höchsten Dünen. Tagsüber suchten wir uns ein schattiges Plätzchen unter Kameldornakazien und mussten feststellen, dass die Wüste lebt. Neben Strauße, Oryx-Antilopen und Springböcken sahen wir große Eule im Baum und viele kleine Wüstenbewohner.

Auf dem Weg zum Agama Camp und dessen Besitzer Jon hatten wir unseren ersten platten Reifen auf der Reise (leider auch nicht unseren Letzten!). Abends bekamen wir bei Jon ein vorzügliches Oryx-Steak und davor natürlich den obligatorischen GinTonic!

Durch die Wüste und Halbwüste fuhren wir dann weiter über die Wüstenforschungsstation Gobabeb und Walfishbay nach Swakopmund. Dort genossen wir vor allem für ein paar Tage alles was der Ozean frisch an Essen hergibt! Außer dem leider unabwendbaren Besuch in einer Werkstatt für meinen Toyota, machten wir noch einen Wüstenrundflug (siehe Bilder). Magdalena musste dann noch feststellen, dass das Wasser des Atlantiks vor der Küste Namibas doch zu kalt zum Baden ist!

Weiter dann über Cape Cross, wo die größte Robbenkolonie in Namiba mit circa 200.000 Robben beheimatet ist, in den Messum-Krater, über den Divorce Pass nach Twyfelfontain. Der Divorce-Pass machte seinen Namen alle Ehre. Auf den spitzen Steinen hatten wir wieder einen platten Reifen. Das wäre halb so schlimm, hätte ich nicht schon vor dem Messum-Krater einen Platten, den ich notdürftig flickte 🙁 Unterwegs sahen wir dann das Highlight der Reise für mich … frei laufende Naßhörner! Nicht in einem Park oder Gehege! Nein, so richtig in freier Wildbahn! Wenn man weiß, wie stark diese Dickhäuter wegen dem Horn gejagt werden, war es für uns umso mehr eine Überraschung, die Tiere in freier Wildbahn erleben zu drüfen!

Nebenbei muß ich leider noch erwähnen, dass der Motor durch fehlendes Kühlerwasser bei der kleinsten Anstrengung überhitzte. Das kam so: Bei einem Platten überhitzte der Motor und als ich den Motor aus machte, konnte der Ventilator das Wasser nicht weiter abkühlen und der Kühler überhitzte, das Wasser verdampfte! Ersatz-Kühlerwasser hatte ich natürlich nicht dabei. Und so kam es, dass wir in der größten Nachmittagshitze mit offenem Fenster und offenen Heizgebläse durch zum Teil tiefen Sand fahren mussten. (Kühlerwasser bekam ich erst drei Tage später in Opuwo).

In Twyfelfontain konnte ich dann wenigstens die Reifen flicken lassen. Weiter ging es dann über den Palmwag-Concession-Weg in den Norden. Es geht in dieser Gegend größtenteils durch ausgetrocknete Flusstäler in den Norden. Dort sollte man sich vorher informieren, ob die Durchfahrt möglich ist. Letztes Jahr gab es außergewöhnlich viel Regen und eine Durchfahrt durch diese Gegend war nicht möglich. In diesem Jahr hat es viel weniger geregnet und man versicherte uns, dass das Flussbett absolut trocken sei! Allerdings sollte man auch dann nicht im Flussbett campen! Wir fuhren durch atemberaubende Landschaften und suchten uns abends einen schönen Platz zum Übernachten auf einer Anhöhe.

Nachts kam dann, was man sich in so einer Gegend nicht wünscht: ein starkes Gewitter mit viel viel Regen! Natürlich war an Schlaf nicht mehr zu denken. Zu viele Geschichten hat man vorher gehört von Spring-Fluten usw.

Sobald es hell wurde, sondierten wir die Lage. Der Regen hatte zum Glück aufgehört, aber überall um uns herum waren dunkelste Wolken am Himmel und man sah viel Blitze. Im Flussbett war schon fast knietief das Wasser, wo es am Vortag noch staubtrocken war! Das Frühstück entfiel und wir fuhren sofort los. Unsere Befürchtung war, dass das Wasser noch mehr steigt und wir für Tage eingeschlossen sind!

Ein paar Kilometer weiter trafen wir andere Reisende, die mit langen Gesichtern ihre durchnässten Sachen trockneten. Sie hatten ihre Zelte im Flussbett aufgestellt 🙁

Unterwegs sahen wir noch einen Wüstenelefanten, Giraffen, viele Oryx und Damara DikDiks (das sind kleinste Antilopen). Allerdings konnten wir uns nicht lange aufhalten, da wir noch die Angst vor steigendem Wasser hatten. Auch der Himmel schaute noch sehr bedrohlich aus!

Nach einer endlos vorkommenden Fahrt kamen wir spät vormittags kurz vor Springfontein wieder in „sicheres“ Gebiet!

Nachmittags kamen wir in Opuwo an. Architektonisch hat diese Stadt nicht viel zu bieten. Sie ist aber ein Schmelztiegel verschiedener Kulturen. Im Stadtbild sind Himbas und Herero alltäglich.

Nachdem unsere Vorräte aufgefüllt waren, fuhren wir am nächsten Tag weiter in den sehr einsamen Nordwesten! Allerdings kamen wir nicht weit und circa 50 km nach Opuwo hatten wir wieder einen platten Reifen. Die Nerven lagen blank 🙁 Dies hat uns leider veranlasst, wieder nach Opuwo zu fahren. Wir entschlossen uns, neue Reifen zu kaufen. Nach den Erfahrungen und den vielen Platten, der letzten Tage, konnte mich Magda überreden 😉

Allerdings war es nicht so einfach einen Satz gleicher Reifen (neu!) zu bekommen, aber irgendwann spätnachmittags hatten wir sie!

Am nächsten Tag dann der zweite Versuch in den einsamen Nordwesten zu kommen! Wir wurden mit tollen Landschaften im Norden der Skelettküste belohnt. Wir fanden einen tollen Platz zum Campen. Nachts dann leider so viel Wind, dass wir das Klappzelt einklappen mussten. Geschlafen wurde dann auf den harten Boxen im Auto 🙁

Weiter ging es dann ins Hartmannstal und über einen steilen Pass zum Marienfluss. Unterwegs sahen wir Löffelhunde und viele Oryx-Antilopen.

Auf dem Weg zurück „durfte“ Magdalena in einen Fluss dann prüfen, wie tief das Wasser ist und ob ich mit dem Auto durchkomme (siehe Bilder)!

Zurück in den Süden nach Swakopmund fuhren wir am Brandberg und an der Spitzkoppe vorbei erst mal zum Ameib Camp. Dort hat es viele große Granitfelsen und eine Höhle mit Höhlenmalereien der Ureinwohner.

Zurück in Swakopmund erfuhren wir zufällig, dass es in Sossusvlei ein paar Tage vorher geregnet hatte. Das ist eigentlich sehr selten und kommt nur alle paar Jahre vor. So änderten wir unsere Reisepläne und fuhren zu den „Dünen im Wasser“! (siehe Bilder)

Weiter ging es dann zügig über Helmeringshausen nach Keetmanshoop. Dort gibt es viele Köcherbäume, die wir uns mal aus der Nähe anschauen wollten. Eigentlich sind es keine Bäume, sondern eine Aloepflanze! Auf dem Campingplatz, den wir wählten, hatten Sie auch handzahme Geparden. Bei der Fütterung waren wir dabei 🙂

Zwei Tage später waren wir wieder bei „meiner“ südafrikanischen Familie!

Leider hatten wir für diese Reise nur vier Wochen zeit. Gefahren sind wir in dieser Zeit über 7.500 km! Teilweise fühlten wir uns wie daheim, da in Namibia noch viel deutsch gesprochen wird. Wir fühlten uns auch immer sicher … auch bei der Salatbestellung im Restaurant 🙂

Unser Fazit: Namibia ist ein klasse Reiseland!.

Natürlich auch wieder viele tolle Bilder.

Viele Grüße,
Euer Jens Cullmann

3 thoughts on “Namibia, März / April 2012

  1. Stefanie

    Hallo Jens,

    das sind ja wieder tolle Fotos! Am Besten gefällt mir dein Gesichtsausdruck beim letzten Reifenwechselbild;)

    LG, Stefanie

  2. Harry

    Hi Jens,
    Schon lange nichts mehr von Dir/Euch gehört, aber das Warten hat sich gelohnt! Wieder ein toller Bericht und beste Bilder. Es freut mich dass es Dir gut geht. Geniesse diese tolle Zeit. Wann kommst Du mal wieder nach Franken? Es wartet noch ein Trikeflug auf Dich.
    Allerbeste Grüsse
    Harry

  3. Folkert

    Hallo Jens,
    bin mir aktuell nicht sicher, wo genau der Schampus heute auf den Tisch kommt. Egal, Du wirst sicher ‚was zum Anstossen haben ….
    Wünsche Dir zumindest auf diesem Wege alles Gute zum Geburtstag, auf das Du auch weiterhin von interessanten Erlebnissen auf Deinen Reisen in Afrika, Südamerika oder wo auch immer berichten kannst.
    Hatte ich Dir eigentlich schon ‚mal vorgeschlagen, damit Geld zu machen …?? Wahlweise im Geo Magazin oder auch über die Dörfer tingeln mit Dia-Vortag und so ;o)

    Nochmals alles Gute, schaue mir das Feuerwerk von hier aus an.

    Gruß,
    Folkert

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