Nach unserer Tour in den Norden hat uns Khartoum wieder fest im Griff. Die kleinen Problemchen am Auto wurden zu groesseren und teureren Problemen. Nach zwei Tagen in der Werkstatt ist nun alles halbwegs repariert und wieder fahrbereit. Da kamen so Situationen auf, dass das ganze Viertel einfach keinen Strom hat fuer den Tag hatte oder Ersatzteile aus dem anderen Ende der Stadt geholt werden muessen … ich will ja nicht jammern, aber dann noch diese Hitze und wirklich immer und ueberall Staub! Abends um neun haben wir noch ueber 37 Grad!

Auf jeden Fall sind wir froh, dass wir heute endlich Khartoum verlassen koennen. Grobziel ist die Grenze nach Aethiopien. Einen kleinen Vorgeschmack auf bettelnde Menschen haben wir hier schon bekommen. Vor drei Tagen waren wir am sechsten Katarakt, laut Informationen die wir hatten, ein idyllischer Ort. Allerdings war es dann doch ganz anders. Umringt von Menschen, die nur unserer bestes wollten. Sie wollten Guides, Schiffer, Teekocher oder sonstige Unterhalter sein. Immer und ueberall war zu hoeren: „hey mister ….“ „come here …“ „look …“  lange Rede kurzer Sinn, es war auf jeden Fall fuer uns nervig und wir sind schnell weiter gefahren. Deshalb auch keine Bilder. Uebernachtet haben wir wieder mal irgendwo im nichts, weit weg von der so genannten „Zivilisation“!

Das Thema Armut und Bettelei ist eh noch so was, was mich/uns beschaeftigt! Wie verhaelt man sich richtig? Gibt man was? und wenn dann was, wem und wieviel? Ich kann nur von meiner eigenen Erfahrung sprechen aus meiner letzten Reise und wenn ich jeden nur irgend etwas gegeben haette, der mich fragte und was wollte, haette ich mehrere Kontainer verteilen koennen! Wo zieht man die Grenzen? Soll man wirklich alles abweisen?  Wie wuerdet Ihr Euch verhalten?

Wenn alles gut geht, werden wir in den naechsten Tagen nicht online sein und haben es wirklich geschafft, aus Khartoum zu „entkommen“!

Ansonsten gibt es noch zu berichten, dass die Wasserkanister nicht mehr auslaufen. Das einzige, was wirklich geholfen hat, sind die guten Einmachgummis von zuhause. Magda hat sie zurechtgeschnippelt und nun sind die Kanister endlich dicht!

Viele Gruesse aus Khartoum,
Euer Jens Cullmann

3 thoughts on “Khartoum, a never ending story, März 2009

  1. Margit & Theo

    Hi Magda & Jens,
    freue mich für euch wenn Ihr aus dem Sudan raus seid, die Bettelei
    wird sicher in Äthiopien nicht viel besser. Wenn jemand etwas für
    euch tut Koffer schleppen, Schuhe putzen auto waschen etc bekommt er was fürs nix tun nicht.Kids gerne mal einen kaugummi, tip von allen NGÓs die dort arbeiten, sonst kommt ihr aus hergeben und schlechtes Gewissen haben nicht mehr raus und Ihr solltet doch auch die Reise geniesen.
    gute Reise
    Margit & Theo

  2. Walther & Dagmar

    Hallo Jens,

    es klingt vielleicht ein bißchen hart, aber besser gar nicht erst anfangen, den Bettlern etwas zu geben. Der Einfallsreichtum ist dort sehr groß, aber meistens sind es Lügen, mit welchen etwas locker gemacht werden soll. Weiterhin eine erlebnisreiche Fahrt und hoffentlich bald mal wieder interessante Bilder.

    Dagmar & Walther

  3. gisela

    Hallo Jens und Magda,

    ich bin da auch immer im Zwiespalt und man möchte jeden helfen. Wenn jemand geholfen hat, dann gibt man etwas. Für Kinder Kaugummi oder ähnliches.
    Wünsche weiter gute Reise. Bin jetzt selbst verreist.
    Grüsse Gisela

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