Eigentlich ist nicht viel passiert und das finde ich so auch ganz gut. Die letzten Tage von Magdalenas Urlaub verbrachten wir am Strand südlich von Mombassa, wo ich auch scnon mit Ann-Katrin war. Nach 4.000 km in drei Wochen wollten wir mal ein paar Tage ohne Fahren verbringen. Glücklicherweise gibt es noch ein paar Strände die nicht von Bettenburgen verbaut sind oder nur über Privitgrundstücke zu erreichen sind. Um so mehr ist man dann auch im Land und näher an der Bevölkerung. Wobei wir auf die Annehmlichkeiten eines Campingplatzes nicht verzichten wollten.

Was für uns ein traumhafter Sandstrand ist, ist für den „normalen“ Kenianer ein Teil Lebensgrundlage. Touristen wie wir sammeln schöne Muscheln, Einheimische sammeln Palmenblätter um ihre Häuser gegen den Regen abdichten zu können. Treibgut kann immer irgendwie irgendwann gebraucht werden. Natürlich haben sich die Bewohner der Küstenregion schon auf den Tourismus eingestellt. Täglich bekamen wir Besuch vom „Mango-Mann“, anderen Obstverkäufern und einigen Fischern die uns mit frischen Lebensmitteln versorgten.

Nach Magdalenas Abreise habe ich viele kleinere aufgeschobene Reparaturen am Toyo erledigen können. Allerdings reist bei so einer Reise und bei solchen Belastungen das Reparieren und Instandsetzen nicht ab, aber dazu noch später.

Auf dem Campingplatz in Nairobi hab ich dann Miguel, einen Mexikaner, Ian und Nicki, ein canadisch/südafrikanisches Paar, dass im Oman wohnt, kennengelernt. Wir waren uns schnell sympatisch und stellten auch noch fest, dass wir in etwa die gleiche Reiseroute bis Ruanda haben. Also haben wir beschlossen, eine Zeit lang zusammen zu fahren. Miguel ist mit dem Motorrad unterwegs. Wir haben sein Gepäck auf die zwei Autos aufgeteilt.

Ich konnte alle drei für den Lake Bogoria mit seinen Flamingos und den heißen Quellen begeistern und so fuhr ich zum dritten Mal an den See. Wie ihr an den Bildern vielleicht gesehen habt, bin ich dort auch wieder geflogen. Allerdings war es diesmal nicht so einfach, wie beim erste Mal. Fehlender Wind machte das Starten schwierig und die Hitze bei Windstille war unbeschreiblich. Auf jeden Fall hatte ich mächtig Glück, als ich bei einem misslungenen Startversuch stolperte und meinen Holzpropeller zerstörte. Der Ramen blieb unbeschädigt und die Löcher im Netz konnten mit Kabelbinder geflickt werden. (Schürfwunden am Knie waren überschaubar und nachdem ich die Wunden mit Wasserstoffperoxid gewaschen hatte und mit Mercurocrom eingepinselt hatte, war ich wieder einsatzbereit)(Weitere Schäden waren ein verletztes Ego!).Außerdem machte bei anderen Startversuchen der Gaszug Probleme und klemmte (kam nicht vom Sturz)! Roland, solltest Du das lesen, ich brauche einen neuen Holzpropeller und einen passendes Gaszugkabel (die Ummantellung am Ende zum Motor ist kaputt und wenn ich den Gasgriff betätige, springt die Ummantellung aus der Führung, bleibt hängen und ist dann in „Dauervollgas“). Mit dem Ersatzpropeller und „afrikanisch“ reparierten Gaszug konnte ich dann endlich erfolgreich starten. Allerdings hab ich mir geschworen, nie mehr zu starten, wenn der Wind fehlt.

In den nächsten Tagen ging es dann über Eldoret und Kitale nördlich um den Mt.Elgon, einen riesigen erloschenen Vulkan, über die Grenze nach Uganda. Es ist ein ganz kleiner Grenzkübergang und sowohl die Ausreise aus Kenia, als auch die Einreise nach Kenia, waren sehr zügig und ohne Probleme. Keiner beanstandete meine fehlende Versicherung für Kenia, keiner merkte, dass meine Carnet-Verlängerung fehlte und für die Straßennutzung in Kenia musste ich auch nichts nachzahlen, wie es an anderen Grenzübergängen gefordert wird (Stephan!!!)!

Die Bevölkerung am Mt.Elgon war anscheinend sehr überrascht, Fremde zu sehen. Überall rannten Kinder zur „Straße“ und auch Erwachsene winkten uns zu. Allerdings cheint es, als seien wir vom Pech verfolgt. Miguel fuhr mit seinen Motorrad in den Toyo von Ian, als er auf die Landkarte schaute und Ian bremste. Zum Glück ist neben Kratzern am Motorrad und am Auto nichts weiter passiert. Dann ein Platten am Motorrad, der Ventilator für Ians Kühler ging kaputt und ich kann mein Auto nur noch starten, wenn ich Starter- und Verbraucherbatterie zusammenschalte! Eine passende Starterbatterie in Kampala zu finden, war leider nicht möglich. Anscheinend handelt es sich bei der Vorhandenen um eine Größe, die in Uganda nicht üblich ist. Das stellt mich vor größere Probleme, da ich keine Batterie finde, die in die vorhandenen Halterung passt. Also hab ich nun eine Batterie kaufen müssen, die zwar von der Fläche passt, allerdings kann ich sie nicht mehr richtig befestigen und muss wieder mal mit Spanngurten sichern!!! (Basti, das wird eine Aufgabe für Dich! Wie kann es sein, dass in nicht mal einem Jahr, alle drei Optimas sich verabschieden? Was kann die Ursache sein? Werden die Batterien falsch geladen?).

So, nun genug für heute! Ich denke, mit dem Eintrag genug Leute geschockt zu haben! Wir werden morgen weiter fahren. In den nächsten Tagen wollen wir im Südwesten von Uganda im Dreieck zwischen Ruanda und Kongo zum „Gorillatrecking“ gehen. Nach langem Zögern habe ich mich doch dafür entschieden! Der Preis von 500,-$ hat mich lange abgeschreckt. Die überwältigenden Berichte, Bilder und Erzählungen von Reisenden, die ich getroffen habe, haben mich langsam weichgekocht. Angeblich geht ein Großteil des Geldes wirklich in den Schutz der Gorillas. Also drückt mal die Daumen, daß wir die Affen auch sehen  🙂

Viele Grüße aus Kampala,
Euer Jens Cullmann

PS: Was ich noch schreiben wollte, aber nirgends gepasst hat: Der Verkehr in Kampala ist der Wahnsinn. Für die letzten drei Kilometer zum Campingplatz brauchten wir zwei Stunden. Total generft fuhr ich über eine Verkehrsinsel, wurde von fünf Polizisten bedroht, sie bringen mich vor Gericht, usw. und konnte nach zehn Minuten jammern und bereuen dann ohne Strafe weiter fahren. Die Polizisten erklärten mir dann sogar den Weg und der Verkehr wurde für mich extra gestoppt, damit ich rückwärts in die richtige Straße fahren konnte.

uns sonst waren wir gestern zu dritt auf einem Motorradtaxi in Kampala unterwegs um für Ian einen passenden Ventilator zu finden und für mich eine Batterie. Eine interessante Erfahrung. Es gibt eigentlich keinen Schrott hier! Alles wird irgendwie verwertet! Allerdings steigen die Preise für 30 bis 40 Jahre alte Ventilatoren um das zigfache plötzlich, wenn ein Mensch mit anderer Hautfarbe als dunkel so ein Teil braucht!
Leider muß man manchmal weiterfahren, auch wenn man sehr nette andere Reisende kennenlernt (Viele Grüße an Eva und Hille an dieser Stelle!)

13 thoughts on “Kenia-Uganda, Okt. 2009

  1. Charly

    Hallo Jens,
    wie ich sehe hast du bereits die ersten Flüge „mit“ gemacht.
    Hoffe du kannst noch weitere Eindrücke sammeln.
    Viel Spaß noch euch beiden auf euerer Tour.
    Leider wird´s wie es aussieht nix mit Mexico, da wir bis Jan2010 Urlaubsperre haben.
    Da würd ich doch glatt gern tauschen mit Dir :-))

    sg

    Charly

  2. Hartmut

    Hallo Jens,
    endlich Neuigkeiten! Wegen der Gorillas beneide ich Dich schon jetzt. Das ist ja im Fernsehen schon so faszinierend (hast Du das Buch von der Dian Fossey gelesen?).
    Viel Erfolg bei der Gorillafahndung!
    Gruß
    Hartmut

  3. Roland

    Hallo Jens,
    Du sollst mit deiner Startgrücke doch nicht bei schlechten Bedingungen Starten !!!!!!
    Ist es möglich dass Du mir Bilder vom Gaszug zukommen lässt bzw. in die Galery stellst.
    Wenn Du eine Adresse hast kann ich einen Prop und ggf. Ersatzteile nachschicken. Ich kann aufgrund der Länge des Propellers jedoch sehr viel einfacher einen Carbon schicken.
    Freue mich auf Antwort, und das nächste mal schööööööön vorsichtig.
    Gruß
    Roland

  4. Roland

    Ach ja,
    bevor du noch mal einen „üblen Start“ hast mach erst noch ein paar schöne Bilder vom Flymecc in Afrika 😉
    Gruß
    Roland

  5. Harry & lisa

    Hey buster

    Great blog, only problem is you have written it in some strange language!!

    Have a great time, maybe our paths will cross again.

    Hope the Gorillas went well for you all.

    Cheers
    Darren (Harry) & lisa

  6. Harry

    Hallo Jens,
    schön wieder von Dir zu hören.Freut mich daß es Dir gut geht, denn so´n Fehlstart kann auch böse enden.Da ist ein kaputter Propeller gar nix. Ich hab am Anfang 3 Stk. geschrottet. Nun schon 2 Jahre gar keinen mehr. Ein Nullwindstart verspricht halt ruhige Flüge
    Probier mal, schon beim Aufziehen, etwas Gas zugeben(50%)und lass Dir wenn möglich die Kappe etwas hoch halten. Dann klappts gleich viel besser.

    Schöne Zeit
    Harry

  7. gisela

    Hallo Jens,
    natürlich bin ich sehr gespannt auf die Gorilla-Bilder. Aber wo hast Du denn die süßen Elefantenbabys fotografiert. Du schreibst gar nichts darüber. Das ist bestimmt auch eine interessante Story.
    Gute Reise
    Gisela

  8. Bernd und Pia

    Hallo Jens,
    es freut mich das es Dir gut geht. Ich schaue fast täglich in Deine Seite. Es ist 1000000 mal schöner al Zeitung zu lesen. Ich muß sagen Du nimmst Dir ja auch viel Zeit um Deine Berichte so ausführlich zu schreiben.
    Genieße die Zeit. Wir denke oft an Dich.

    Dein Bernd und Pia

  9. Magdalena

    Wird man die Gorillas sehen? Was geht als nächstes kaputt? Wie viele Schürfwunden passen auf ein Knie? Regnet es tatsächlich in der Regenzeit? und vor allem: gibt es Dikdiks in Uganda?? 😉
    Ein Psychoanalytiker kennt die Antwort: Der freie Mensch lebt notwendigerweise in Ungewissheit…
    LG
    M

  10. Jens

    nur mal eine schnelle Zwischeninfo: Johannes: du willst ja nicht mit mit reisen! Ich wuerde den Strand auch mit dir teilen 😉
    Ein neuer Blog kommt hoffentlich am Wochenende 🙂
    – keine neuen Schuerfwunden
    – hier regnet es momentan taeglich
    – Dikdiks in Uganda leider nicht zu sehen … das Gras ist zu hoch 😉
    – es waren viele Gorillas … 24!!!

  11. Eva

    Vielen Dank auch für die Grüße („an dieser Stelle“)!
    Wir grüßen herzlich zurück und freuen uns auf weitere Berichte. Im Blog oder auch live – unser Schlafsofa wartet schon. Bis bald.
    Eva + Hille

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