Nach einen schönen Sommer in Deutschland bin ich wieder auf Foto-Safari im südlichen Afrika. Von Johannesburg ging es schnell nach Maun/Botswana, wo ich Dee und Nick traf. Mit Nick werde ich in den nächsten Wochen unterwegs sein.

In Maun bekam ich in einer Werkstatt, neben normalen Service am Auto, einen neuen Kühler. Leider währte die Freude am neuen Kühler nicht lange. Gleich am ersten Tag in einem Park, muss ich wohl bei einer Wasserdurchquerung zu schnell/tief gewesen sein und ein Blatt vom Lüftungspropeller hat den neuen Kühler aufgeschlitzt!

Das war für mich ein sehr schockierender Moment. Es passierte auch noch zu einem sehr ungünstigen Zeitpunkt. Es war schon spät Nachmittag, ich war weit weg von meinem Campingplatz und als ich es merkte, der Motor fing an zu überhitzen, hatten wir vor uns ein Rudel Wildhunde. Ich konnte faktisch die erste halbe Stunde nachdem ich es merkte, nicht mal aus dem Auto raus. Die Wildhunde fanden das geplätscher und gezische an meinem Auto auch interessant und kamen nahe an mein Auto, legten sich dann auch noch direkt vor mein Auto, bis sie dann irgendwann doch auf Jagd gingen.

Danach begutachteten wir erst mal den Schaden. Ein tiefes großes Loch war im Kühler zu sehen. Eine schnelle Reparatur vor Ort war unmöglich. Wir entschlossen, erst mal zurück ins Camp zu fahren, weil es schon dunkel wurde. Ich musste von Nick abgeschleppt werden, da mein Motor schon nach wenigen hundert Metern drohte zu überhitzen. Leider hatten wir auch noch ein paar mal Flüsse zu queren. Und die waren zum Teil auch richtig tief. Ein paar mal war das Auto so tief im Wasser, dass das Wasser bis an die Scheibenwischblätter der Frontscheibe kam, die ganze Motorhaube war unter Wasser.

Ein Unglück kommt selten alleine:

Für die Wasserdurchfahrten lösten wir das Abschleppseil, weil es uns zu riskant erschien, abgeschleppt durch das Wasser zu fahren. Ich startete dafür immer den Motor und fuhr die kurzen Stücke alleine durch das Wasser. In der Aufregung habe ich mich bei einer, zum Glück an einer nicht ganz so tiefen Stelle festgefahren. Leider war die Stelle aber tief genug, dass , wenn ich die Türe geöffnet hätte, Wasser in den Innenraum geflossen wäre. Zum Glück war Nick mit seinem Auto hinter mir, wir befestigten relativ schnell das Abschleppseil und er zog mich raus. Leider war, bis wir so weit waren, der Fussraum im Auto schon bis knapp unter die Sitze mit Wasser gefüllt.
Beim zweiten Versuch nahm ich einen anderen Weg durch das Wasser und kam gut durch.
Es war dann schon dunkel, als wir im Camp ankamen, da das Abschleppen im Park durch die schlechten Wege und vielen Kurven sehr sehr lange dauerte.
Dort angekommen, musste ich erst mal den Wasserschaden im vorderen Teil des Autos begutachten. Zum Glück war das Wasser nur im Fussraum des Autos. Der hintere Teil mit all den Boxen, Werkzeug, Kameraausrüstung usw. ist höher als der Fussraum. Allerdings fehlten nur Zentimeter und dann wären die Auswirkungen des Wassers im Auto viel schlimmer gewesen. Die Holzplatten der Boxen wären durch das Wasser aufgequollen … und und und, aber das ist ja zum Glück nicht passiert.

Am nächsten Morgen machten Nick und ich uns erst mal daran, den Kühler auszubauen. Als wir das fast hatten, kamen die Ranger vom Park und wollten unsere Buchungen kontrollieren. Als sie den Schaden am Kühler sahen, sagte der eine, dass er Mechaniker sei und er könnte uns helfen. Die Hilfe nahmen wir gerne an, den zu dem Zeitpunkt hatten wir keine Ahnung, wie man das Riesenloch hier im Busch reparieren sollte. Später stellte sich dann heraus, dass drei Kühlrippen beschädigt waren. Wir legten sie frei, schnitten die beschädigten Stellen der Kühlrippen so weit wie nötig heraus und bogen die Enden so zusammen, dass sie verschlossen waren. Somit fehlen mir am neuen Kühler (zu dem Zeitpunkt drei Tage im Auto eingebaut) drei von circa einhundert Kühlrippen zur vollen Kühlleistung, was nicht mehr ganz so dramatisch ist. Der Kühler war dann schnell wieder eingebaut. Zum Glück hatte ich noch einige Liter Kühlerwasser als Ersatz dabei und wir konnten den Rest der Woche ohne Probleme im Park verbringen. Allerdings entschloss ich mich, danach nicht wie geplant, meine Reise fortzusetzen, sondern fuhr wieder zurück nach Maun um den Kühler noch fachmännisch in der Werkstatt reparieren zu lassen.
Öle unter dem Auto wurden auf Wasserschäden kontrolliert. Nach der Woche mit den vielen Wasserquerungen waren die Bremsscheiben fast verschlissen. Die Kombination Wasser, Sand und Dreck wirken sich wie Schleifpapier auf die Bremscheiben aus.

Danach konnte ich meine Reise fortsetzen und ich traf Nick ein paar Tage später in Victoria Falls, Zimbabwe.

Mit Susan und Stuart, die ich letztes Jahr in Zimbabwe kennenlernte, fuhren wir dann mit drei Autos in den Hwange National Park, hatten dort eine paar schöne Tage mit vielen Elefanten an Wasserlöchern.

Tage später nutzen Nick und ich im Matopos National Park die Neumondphase wieder für Sternen-Fotografie. Meine Ergebnisse, neben vielen Tierbildern und dem Wasserschaden findet ihr wieder, wenn ihr auf „Gallery“ klickt und euch die Bilder anschaut.

Viele Grüße aus Harare,
Euer Jens Cullmann

2 thoughts on “Botswana / Zimbabwe, September 2014

  1. Gisela

    Hallo Jens,
    das Bild von der MIlchstraße finde ich besonders schön. Aber auch die Tierbilder (Leopardin mit Kind) sind wieder sehr schön.
    Wir freuen uns, wenn Du endlich wieder daheim bist.
    Alles Gute Gisela

Leave a Reply